Mit dem Weihnachtsmann durch Europa

Weihnachten wird in vielen Teilen der Welt anders gefeiert als hierzulande. Welche Weihnachtsbräuche in verschiedenen Ländern zelebriert werden, zeigte die Theatergruppe der Grundschule Dietenhofen am 7.12. vor rund 300 Gästen in ihrem diesjährigen Weihnachtstheater „Weihnachtsmann, wo bist du?

Unter der Leitung von Frau Malz haben seit September 18 Kinder, darunter auch mehrere Inklusionskinder, fleißig für das Stück geprobt.

Das Stück erzählt die Geschichte von Anna, die schon sehnsüchtig auf den Weihnachtsmann wartet. Der hat so viel zu tun, dass er wenig Zeit hat, denn auch in anderen Ländern wird Weihnachten gefeiert. Und überall warten die Kinder auf Geschenke. Anna macht sich mit dem Weihnachtsmann auf die Reise in verschiedene Länder. Und lernt die verschiedensten Bräuche kennen.

    Im Mittelpunkt der niederländischen Weihnachtsfeierlichkeiten steht der Nikolaustag am 6. Dezember. Die Niederländer bezeichnen den Nikolaus mit Sinterklaas. Am letzten Samstag im November kommen Sinterklaas, traditionell mit rotem Bischofsmantel, Bischofsmütze und weißen Handschuhen bekleidet mit einem Schiff in den Hafenstädten Hollands an. Jedes Jahr erwarten viele Menschen und auch die Königin im Hafen die Ankunft von Sinterklaas. Auf einem Schimmel reitet Sinterklaas an Land und wird von läutenden Glocken und der jubelnden Menschenmenge empfangen. Der Nikolausabend am 5. Dezember wird im Kreise der Familie begangen und ähnelt unserem Heiligen Abend. Es werden Geschenke ausgetauscht, wobei es zu jedem Geschenk ein Nikolausgedicht gibt, welches mit Sinterklaas unterschrieben ist.  Die Verse und Reime sind meist sehr humorvoll ausgelegt, so ziehen sich die Angehörigen der Familie gegenseitig ins Lächerliche.

In Schweden werden an Heiligabend die Geschenke ausgepackt. Anschließend steht das Essen im Mittelpunkt: Beim mehrgängigen Weihnachtsbuffet „Julbord“ wird in geselliger Runde ausgiebig geschlemmt. Zwischen durch empfiehlt es sich zu lüften, denn der Weihnachtsmann wirft Geschenke gerne durchs Fenster hinein.

   Das Weihnachtsmahl beginnt in Polen dann, wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist. An diesem Abend wird ein Gedeck mehr auf den Tisch gelegt. Es ist ein Zeichen der Gastfreundschaft, denn falls unterwartet Besuch auftauchen sollte, ist man auf diese Situation vorbereitet und der Gast fühlt sich sofort willkommen. Das Festmahl an Weihnachten besteht aus zwölf Gerichten. Jedes Gericht steht für einen der zwölf Apostel von Jesus. An diesem Abend gibt es nur Fisch und Gemüse. Nach dem Essen werden die Geschenke ausgepackt und man geht gemeinsam zur Mitternachtsmesse.

Die Briten legen beispielweise an Heiligabend lediglich die Geschenke unter den Baum, ausgepackt wird erst am nächsten Morgen.

Viele Griechen stellen ein Schiffchen mit Lichterketten auf die Fensterbank, die griechische Alternative zum Weihnachtsbaum. Zum Essen gibt es gefüllten Truthahn und als Nachspeise einen Kuchen, in den eine Münze eingebacken ist. Geschenke werden erst am 1. Januar überreicht.

     Die Familie steht an Heiligabend in Italien im Mittelpunkt. Alle feiern und essen zusammen. Nach dem Festmahl gehen auch sie in die Mitternachtsmesse. Anders als in Deutschland gibt es keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Nur die Krippe darf unter dem Baum aufgebaut werden. Sie besteht übrigens aus gebackenen Krippenfiguren. Die Italiener müssen sich mit der Bescherung etwas gedulden – die Weihnachtshexe Befana bringt die Geschenke erst am 6. Januar.

 

  Die bayerische Familie sitzt nach dem Kirchenbesuch beim Essen zusammen. Anschließend gibt es die Bescherung.

Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben sehr herzlich!